Eine neue Interpretation des Sekretärs ist Jörg Boner gelungen. Er gehört der N2 an, einer Gruppe ehemaliger Schüler der Höheren Schule für Gestaltung in Basel. Boner ist gelernter Schreiner und heute ein namhafter Designer. Jörg Boner entwickelte den Arbeitstisch „Ajax“, für welchen der Sekretär seines Großvaters als Vorlage diente. Das Modell Ajax ist ein moderner Sekretär mit einer integrierten Leuchte.

Für Jörg Boner war es eine Herausforderung, dieses einzigartige Möel mit seinen vielen Geheimnissen und Schubladen neu zu interpretieren. Er wollte hieraus ein elegantes und leichtes Möbel kreieren, was ihm mit seinem Modell gelungen ist. Da Schubladen, insbesondere abschließbare, sind in der heutigen Zeit nicht mehr zwingend notwendig, da im Zeitalter der Technik die meisten Daten auf dem Computer gespeichert sind.

Aufgrund dessen verzichtete Boner bewusst darauf, wollte jedoch eine Erinnerung an diese netten Bestandteile aufrecht erhalten und entschied sich deshalb für den Stauraum. Dieser Stauraum seines modernen Sekretärs besteht auf zwei abgebogenen Kunstharzplatten, welche auf jeder Seite angebracht sind, unterschiedlich roß sind und übereinander  montiert werden. Inspiriert wurde Boner hierzu während eines Urlaubes in Frankreich durch die Ablagefläche für Seife, welche sich hinter einem Wasserhahn der alten Keramikbecken befand, in welchem er sich die Hände wusch.

Boner wollte einen Sekretär mit integriertem Licht erschaffen, was zudem zu einer konzentrierten Atmosphäre beiträgt. Dank Christian Deuber, dem Lichtspezialisten der Gruppe N2, konnte diese Idee gekonnt umgesetzt werden. Der Stauraum von Ajax dient nicht nur als Stauraum, sondern verbirgt eine Leuchte, welches der Tischplatte blendfreies und sanftes Licht  liefert.

Ajax verfügt über klappbare Beine, ähnlich einem kleinen Campingtisch. Orientiert wurde sich hierbei an den Beinen eines Bügeltretts, was dem Designer jedoch missfiel, woraufhin sich Boner für das Motto „Kill your Darling“ entschied und somit mit Stahlrohrbeinen ausstattete,, welche sich auf beiden Seiten kreuzen und zudem verbunden sind mit einer Stange zur Stabilisierung. Diese Stange bietet als Nebeneffekt noch den netten Vorteil, dass der Schreibmüde hierauf die Füße ablegen kann.

Im Jahr 1998 stand der Prototyp bereit und belegte bei dem Wettbewerb „Design for Europe“ immerhin den zweiten Platz. Sogleich wurde die Firma ClassiCon mit Sitz in München auf Ajax aufmerksam. Der Sekretär ist seit November 2000 für rund 2.100 Franken zu erwerben. Die signifikanteste Veränderung gegenüber dem eigentlichen Prototypen erfuhr Ajax in den Tischblättern, welche aus Sperrholz anstatt aus Kunstharzplatten bestehen. Boner ist der Ansicht, dass dieses den Sekretär langsam mache, wohingegen er selbst ihn gerne schneller hätte.

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